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Programm

Am Samstag, 4. Oktober 2014, protestieren wir erneut gegen die Neonazis in Döbeln.

Ab 11.30 Uhr ruft der Döbelner Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer dazu auf, bei einer Kundgebung auf dem Obermarkt gegen die vorbeimarschierenden Neonazis zu protestieren.

Ab 14 Uhr wird es eine Kundgebung im Wettinpark geben, die durch das Bündnis Döbeln ist bunt organisiert wird.

· Findet in Hör- und Sichtweite der Neonazidemo statt
· Mit Musik, Rednern verschiedener Organisationen und weiteren Programmpunkten
· Aktion „Mein Statement gegen Rassismus“
· Fotoaktion „Döbeln ist bunt, weil …“

*Döbeln ist bunt“ will weitermachen*

*Auswertungstreffen zieht positive Bilanz der friedlichen Proteste*

Am Dienstag traf sich das Bündnis „Döbeln ist bunt“ zur Auswertung der Proteste gegen den Neonaziaufmarsch am 05. Oktober 2013. Dabei wurde von allen Anwesenden ein grundsätzlich positives Fazit gezogen und Pläne für die kommenden Monate gemacht. Das Bündnis will zukünftig nicht mehr nur als „Feuerwehr“ bei rechtsextremen Aufmärschen friedlichen Gegenprotest organisieren, sondern sich präventiv für ein buntes Döbeln einsetzen und über Themen wie rechte Gewalt aufklären.

„Noch nie seit 1990 sind so viele Döbelnerinnen und Döbelner auf die Straße gegangen. Noch nie hat es einen so stark parteiübergreifenden Aufruf von LINKE, SPD bis CDU gegeben. Über 600 Bürgerinnen und Bürger haben sich an unseren Veranstaltungen beteiligt und ein friedliches Zeichen für ein buntes Döbeln und gegen die braune Flut gesetzt. Daran wollen wir in Zukunft anknüpfen,“ erklärt das Bündnis „Döbeln ist bunt“ im Rückblick. Gleichzeitig kündigen die Bündnisvertreter an: „Wir werden nicht mehr nur abwarten und reagieren, sondern aktiv die Menschen in Döbeln aufklären. Hier ist keine Nazis, denn das was Nazis wollen widerspricht allem, wofür Döbeln steht. Dazu wollen wir mit Allen in dieser Stadt zusammenarbeiten, die unser Ziel eines bunten Döbelns teilen. Wir sind und bleiben ein offenes Bündnis für jedermann.“

Im Rückblick gab es aber auch nachdenkliche Stimmen. So sei schon in den Tagen zuvor eine unterschwellige Stimmung der Angst in der Stadt zu spüren gewesen. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich nicht getraut, an den bunten Protesten teilzunehmen, berichteten Besucher des Auswertungstreffens übereinstimmend. Das Bündnis erklärt dazu: „Wir verstehen das Gefühl vieler Bürgerinnen und Bürger. Menschen einzuschüchtern gehört zum Konzept der extremen Rechten. Wir müssen dieses Empfinden der Menschen sehr ernst nehmen. Leider ist es auch in der medialen Berichterstattung nicht gelungen, den Menschen diese Ängste zu nehmen. Hier müssen wir als Bündnis gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis in Zukunft sensibler sein.“

Kritik gab es hingegen am Einsatz der Polizei. So habe das Bündnis viele Nachrichten erhalten, wonach Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zu den Protestveranstaltungen verweigert wurde und das teils massive Auftreten der Beamten gerade für Ältere und Familien abschreckend gewirkt hätte. Ein Vertreter des Bündnisses habe deshalb bereits ein Auswertungsgespräch mit der Polizei geführt und diese Kritikpunkte klar angesprochen. Diese würden nun polizeiintern geprüft.

Live-Ticker


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Aufruf: Döbeln ist bunt!

Döbeln ist bunt!
Kein Platz für Nazis – weder hier noch anderswo

„Wir brauchen Bürger, die auf die Straße gehen und den Spinnern ihr Grenzen aufweisen. Dazu sind alle aufgefordert.“
Bundespräsident Joachim Gauck

Wir sind viele. Wir sind friedlich. Wir sind weltoffen – Döbeln bleibt bunt! Diese Nachricht wollen wir gemeinsam senden, wenn am 5. Oktober Neonazis versuchen durch Döbeln zu demonstrieren. Wir rufen alle Döbelnerinnen und Döbelner auf: Kommen Sie mit uns auf die Straße und zeigen Sie Gesicht gegen Rassismus und Neonazismus!

Im Februar dieses Jahres verbot der Sächsische Innenminister Markus Ulbig die Neonazigruppierung „Nationalen Sozialisten Döbeln“. Bei den folgenden Hausdurchsuchungen wurden verfassungsfeindliche Propagandamaterialien, Computer und Waffen sichergestellt. Nun macht die „JN“, Jugendorganisation der rechtsextremen NPD, gemeinsame Sache mit der verbotenen Gruppierung. Unter dem Titel „Der Drang nach Freiheit – Gegen Repression und Polizeiwillkür“ hat sie für den 5. Oktober eine Demonstration durch Döbeln angemeldet. Wir widersprechen deutlich: Unsere Demokratie ist nicht willkürlich, aber wehrhaft. Wir sehen nicht weg, wenn Fakten verdreht und rechte Propaganda auf die Straßen Döbelns getragen werden soll. Die Forderungen der „JN“ bedeuten das Gegenteil von Freiheit, deshalb lassen wir uns von einem heuchlerischen Demonstrationsaufruf kein X für ein U vormachen. Wir stehen zusammen und werden gemeinsam zeigen: Döbeln ist bunt!

Aus Erfahrung wissen wir, dass Gegenprotest Wirkung zeigt. Als zuletzt 2010 Neonazis durch Döbeln marschieren wollten, mussten sie sich aufgrund unseres breiten Protests mit einer kleinen Kundgebung am Bahnhof zufrieden geben. Auch 2013 wird unser Widerspruch deshalb deutlich vernehmbar sein.

Wir sind viele und geben solidarisch aufeinander acht. Deshalb muss niemand Angst haben, mit uns am 5. Oktober auf die Straße zu gehen. Unser Protest soll so vielfältig sein, wie Döbeln selbst. Er hat Platz für alle, die friedlich ein Zeichen für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft setzen wollen. Ob bunt, kreativ und lautstark oder still und entschlossen. Wir stehen zusammen, um die Werte unseres demokratischen Gemeinwesens zu schützen.

Kommen Sie am 5. Oktober mit uns in die Döbelner Innenstadt! Gemeinsam werden wir zeigen: Wir sind viele. Wir sind friedlich. Wir sind weltoffen. Wir sind bunt und stehen zusammen, wenn die braune Soße durch Döbelns Straßen läuft. Wir Alle sind Döbeln.

In unserer Mitte ist kein Platz für Nazis – weder hier noch anderswo. Döbeln ist bunt!