*Döbeln ist bunt“ will weitermachen*

*Auswertungstreffen zieht positive Bilanz der friedlichen Proteste*

Am Dienstag traf sich das Bündnis „Döbeln ist bunt“ zur Auswertung der Proteste gegen den Neonaziaufmarsch am 05. Oktober 2013. Dabei wurde von allen Anwesenden ein grundsätzlich positives Fazit gezogen und Pläne für die kommenden Monate gemacht. Das Bündnis will zukünftig nicht mehr nur als „Feuerwehr“ bei rechtsextremen Aufmärschen friedlichen Gegenprotest organisieren, sondern sich präventiv für ein buntes Döbeln einsetzen und über Themen wie rechte Gewalt aufklären.

„Noch nie seit 1990 sind so viele Döbelnerinnen und Döbelner auf die Straße gegangen. Noch nie hat es einen so stark parteiübergreifenden Aufruf von LINKE, SPD bis CDU gegeben. Über 600 Bürgerinnen und Bürger haben sich an unseren Veranstaltungen beteiligt und ein friedliches Zeichen für ein buntes Döbeln und gegen die braune Flut gesetzt. Daran wollen wir in Zukunft anknüpfen,“ erklärt das Bündnis „Döbeln ist bunt“ im Rückblick. Gleichzeitig kündigen die Bündnisvertreter an: „Wir werden nicht mehr nur abwarten und reagieren, sondern aktiv die Menschen in Döbeln aufklären. Hier ist keine Nazis, denn das was Nazis wollen widerspricht allem, wofür Döbeln steht. Dazu wollen wir mit Allen in dieser Stadt zusammenarbeiten, die unser Ziel eines bunten Döbelns teilen. Wir sind und bleiben ein offenes Bündnis für jedermann.“

Im Rückblick gab es aber auch nachdenkliche Stimmen. So sei schon in den Tagen zuvor eine unterschwellige Stimmung der Angst in der Stadt zu spüren gewesen. Viele Bürgerinnen und Bürger hätten sich nicht getraut, an den bunten Protesten teilzunehmen, berichteten Besucher des Auswertungstreffens übereinstimmend. Das Bündnis erklärt dazu: „Wir verstehen das Gefühl vieler Bürgerinnen und Bürger. Menschen einzuschüchtern gehört zum Konzept der extremen Rechten. Wir müssen dieses Empfinden der Menschen sehr ernst nehmen. Leider ist es auch in der medialen Berichterstattung nicht gelungen, den Menschen diese Ängste zu nehmen. Hier müssen wir als Bündnis gemeinsam mit der Stadt und dem Landkreis in Zukunft sensibler sein.“

Kritik gab es hingegen am Einsatz der Polizei. So habe das Bündnis viele Nachrichten erhalten, wonach Bürgerinnen und Bürgern der Zugang zu den Protestveranstaltungen verweigert wurde und das teils massive Auftreten der Beamten gerade für Ältere und Familien abschreckend gewirkt hätte. Ein Vertreter des Bündnisses habe deshalb bereits ein Auswertungsgespräch mit der Polizei geführt und diese Kritikpunkte klar angesprochen. Diese würden nun polizeiintern geprüft.